Fachtag „Antisemitismus-Prävention“ 15. Januar 2019

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Auf einer gemeinsam veranstalteten Fachtagung am 15. Januar 2019 in den Räumen des Israelitischen Gemeindezentrums Freiburg suchten der Caritasverband Freiburg Stadt e.V. und die Israelitische Gemeinde sich dem heute immer deutlicher und vermehrt zeigenden Antisemitismus in der Gesellschaft zu stellen. Dabei ging es um eine breite Ursachenforschung des beängstigenden Phänomens und um das Ausloten von wirksamen Gegenstrategien.

Nach den einleitenden Grußworten von Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde, Dr. Rainer Gantert, Vorstand  des Caritasverbandes Freiburg Stadt, und Ulrich von Kirchbach, Erster Bürgermeister von Freiburg, fasste der Landesbeauftragte des Landes Baden-Württemberg gegen Antisemitismus, Dr. Michael Blume, in einem Grundsatzreferat verschiedene Erscheinungsformen antisemitischen Verhaltens in der Bevölkerung zusammen und versicherte, dass die Landesregierung aufmerksam und mit großer Sensibilität die weiteren Entwicklungen beobachten und verfolgen wird.

In den folgenden drei Workshops, für die sich die mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer frei entscheiden konnten, wurden zusammen mit je einem Referenten bereits vorgegebene Themen intensiv bearbeitet.

 

Im ersten Workshop „Was ist Antisemitismus – und wo taucht er auf?“ wurde zunächst der Blick auf die Drohungen gegen jüdische Personen und Einrichtungen und auf politische Demonstrationen, auf denen Hass gegen Juden und Israel offen zur Schau gestellt wird, gerichtet, um dann den Ursachen der Formen des Antisemitismus nachzuspüren. Denn ein erfolgreicher Umgang mit Antisemitismus setzt voraus, dass entsprechende Vorfälle als solche erkannt und eingeordnet werden. Begleitet wurde der Arbeitskreis von Levi Salomon, Geschäftsführer des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. Berlin.

„Muslimischer Antisemitismus im pädagogischen Kontekt“ war Thema des zweiten Workshops, der von Michael Welper, ebenfalls Mitarbeiter des Berliner Jüdischen Forums, geleitet wurde. Hier ging es um die Rolle, die Islam, Islamismus und ethnische (Selbst-) Zuschreibungen sowie Migration und Familienbiografie spielen, wenn über muslimischen Antisemitismus geredet wird.


Begriffliche Differenzierungen helfen, das Thema des muslimischen Antisemitismus einzuordnen und eigene Erfahrungen im beruflichen Kontext zu reflektieren. Der Workshop setzte Impulse, muslimisch motiviertem Antisemitismus mit pädagogischen Mitteln zu begegnen.

 

In dem dritten Workshop „Umgang mit Antisemitismus im Kontext von Rassismus“, gemeinsam geleitet von Dr. Türkan Kanbicak und Eugenie Frank vom Jüdischen Museum Frankfurt, wurden anhand konkret beschriebener Fallbeispiele antisemitische Fragmente und Positionen herausgearbeitet und in der Folge gemeinsam Strategien zur antisemitismuskritischen Bildungsarbeit entwickelt.

 

Die Fachtagung, moderiert von Nora Kelm, Pressesprecherin des Caritasvebandes Freiburg-Stadt e.V.,  endete mit der Präsentation der Ergebnisse, die in den drei Workshops erarbeitet wurden und einem gemeinsamen Gedankenaustausch zum Verlauf der Veranstaltung.

Zurück