74. Jahrestag der Auschwitz-Befreiung am 27. Januar 1945

Text und Fotos: Roswitha Strüber

 

Am 27. Januar jährt sich in diesem Jahr zum vierundsiebzigsten Mal der Tag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Truppen der Sowjetischen Roten Armee. Menschen, die die unvorstellbaren Verbrechen des Nazi-Regimes unmittelbar erlebt und erlitten haben und als Zeitzeugen davon berichten können, werden immer weniger. Um so wichtiger ist es, ihnen im Rahmen von Erinnerungsveranstaltungen eine Möglichkeit zu bieten, über die Unmenschlichkeiten der Machthaber des Dritten Reiches berichten zu können, als Warnung und Mahnung für die im Heute Lebenden.

Die Israelitische Gemeinde Freiburg lud deshalb am 24. Januar 2019 anlässlich der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zu einer Gedenkveranstaltung in ihren Gemeindesaal ein. Mit dem Ehepaar Ramet von der befreundeten jüdischen Gemeinde in Lyon war es der Vorstandsvorsitzenden Irina Katz gelungen, unmittelbar Betroffene nach Freiburg einzuladen, die als Kinder den Erniedrigungen und Verfolgungen der Nazis ausgesetzt waren und die Deportationen ihrer Eltern nach Gurs und Auschwitz miterleben mussten. Originale Urkunden und Zeitdokumente, die Herr Ramet zur Veranschaulichung seines Berichtes mitgebracht hatte, verdeutlichten das ganze Ausmaß der behördlichen Schikanen. Ebenfalls eingeladen hatte Irina Katz den Vorstandsvorsitzenden der jüdischen Partnergemeinde von Lyon, Herrn Rosenthal mit seiner Frau, die u.a. auch über die regelmäßigen Fahrten der Gemeinde nach Auschwitz informierten. Als Vermittlerin zwischen den französischen Gästen und dem deutschsprachigen Publikum erwies sich die Freiburger Autorin und literarische Übersetzerin Beate Thill als versierte und charmante Dolmetscherin. Zudem sorgte Irina Katz selbst für eine russische Übersetzung, so dass alle Verständigungsprobleme ausgeschaltet waren.

In Erinnerung an Nelly Sachs, die in ihren schriftstellerischen und lyrischen Arbeiten vielfach die Leiden der Holocaust-Opfer und des jüdischen Volkes beklagt, trug  Eva Berg, in Waldkirch lebende Lyrikerin, ausgewählte Texte der berühmten Nobelpreisträgerin sowie eigene Gedichte in einer zweisprachigen Lesung vor.

Die Gedenkveranstaltung fand ihren Abschluss in einem Liederabend mit dem Kantor der Gemeinde Moshe Hayoun. Auf seinem Programm standen hebräische, jiddische, englische und französische Lieder. Die Begleitung am Flügel hatte Doron Burstein aus Berlin übernommen.

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