Jom HaAtzmaut - יום העצמאות - Tag der Unabhängigkeit - Йом ХаАцмаут

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Jedes Jahr am 5 Ijjar feiern die Menschen in Israel mit fröhlichen Festen die Gründung ihres Staates. Dieser Tag – Jom HaAtzmaut – gilt als besonderer Nationalfeiertag; er erinnert an die Verlesung der Unabhängigkeitserklärung von 1948. Der damalige Ministerpräsident David Ben-Gurion rief am 14. Mai in Tel Aviv im Namen des jüdischen Nationalrates den unabhängigen souveränen Staat Israel aus. Die diplomatische Anerkennung durch die USA und die Sowjetunion erfolgte unmittelbar darauf.

 

Wie viele jüdische Gemeinden und Einrichtungen auf der ganzen Welt bekundete auch die Israelitische Gemeinde Freiburg ihre Verbundenheit mit diesem für Israel so wichtigen Ereignis. Deshalb hatte der Vorstand der Gemeinde am Donnerstag, den 9. Mai zu einem Konzert in das Gemeindezentrum eingeladen. Die Vorstandsvorsitzende Irina Katz dankte den zahlreich erschienenen Mitgliedern, Freunden und Gästen der Gemeinde für ihr Kommen und erinnerte in ihrer Begrüßung an das politisch bedeutsame Datum. Wörtlich sagte sie: “ Mit der Proklamation im Mai 1948 fand ein Prozess sein Ende, der rund 50 Jahre zuvor von dem österreichischen Schriftsteller und Publizisten Theodor Herzl und einigen seiner Wegbegleiter mit Leidenschaft und Patriotismus initiiert wurde. Den Gedanken und die Vorstellung, dass jüdische Menschen in einem eigenen und selbständigen Staat frei und selbstverantwortlich leben können, hat Theodor Herzl mit Kraft und nie versiegender Leidenschaft verfolgt. Grundgelegt hat er seine Vision in der 1896 veröffentlichten Publikation „Der Judenstaat“. Mit diesem Quasi-Manifest wurde er zum Wegbereiter eines modernen jüdischen Staates, der dann später mit dem Staat Israel seine Verwirklichung fand.“

 

Eng verbunden mit der Freude an Jom HaAtzmaut über die gewonnene staatliche Unabhängigkeit ist in Israel auch die große Trauer um die vielen Opfer, die bei der Verwirklichung und Wahrung dieses nationalen Zieles zu beklagen sind. Auch an sie erinnerte Irina Katz in ihrer Begrüßung. Sie sagte: „Der Weg in die Selbständigkeit hat dem jungen Staat Israel viele Opfer abverlangt und tut es auch heute noch. Man mag über einzelne Entscheidungen israelischer Politiker diskutieren und man mag auch verschiedene aktuelle diplomatische Vorgehensweisen hinterfragen, eines aber darf nicht diskutierbar werden: Die Unabhängigkeit des Staates Israel. Dennoch sah und sieht sich der junge Staat immer wieder kriegerischen Anfeindungen und aggressiven Attacken ausgesetzt, in denen zahlreiche Israelis ihr Leben verloren haben und immer noch verlieren, wie die über 200 Raketenabschüsse aus dem Gazastreifen auf Israel vom letzten Wochenende beweisen. Zur Erinnerung an die umgekommenen Soldaten und zivilen Bürger begeht Israel einen Tag vor Jom HaAtzmaut den Gedenktag Jom HaZikaron. Er ehrt die gefallenen israelischen Soldaten und die Opfer von Terrorismus und Gewalt.“

 

Zum ehrenden Gedenken der Gefallenen und Ermordeten hatte zuvor Kantor Moshe Hayoun das „El Male Rachamim“ angestimmt und für die Trauer Raum gegeben.

 

In kurzen Wortbeiträgen hoben im folgenden Stadtrat Simon Waldenspuhl, Johannes Reiner, Ehrenvorsitzender des Freundeskreises Freiburg – Tel Aviv-Yafo, und Eli Kligler, langjähriger Mitarbeiter des Israelischen Nationalfonds, die Bedeutung der weitreichenden, historischen Entscheidungen von 1948 für die jüdischen Menschen hervor und wiesen unmissverständlich auf das völkerrechtlich grundgelegte Existenzrecht des Staates Israel hin.

Fröhliche und beschwingte Stimmung verbreitete später die „String Company Lev Guzman“ aus Erfurt mit ihrem Konzertprogramm „Klez & mehr“. Mit ihren Musikstücken und Liedern aus Klezmer, Folk und Swing begeisterten die Musiker ein ums andere Mal ihre Zuhörer.

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