Podiumsdiskussion „Gedenk- und Erinnerungskultur“ am 15. Mai 2019

Text und Fotos: Roswitha Strüber

Die Israelitische Gemeinde Freiburg und die Wählergemeinschaft Urbanes Freiburg hatten am Mittwoch, d. 15.Mai 2019 gemeinsam zu einer Podiumsdiskussion mit dem Thema „Gedenk- und Erinnerungskultur“ in das jüdische Gemeindezentrum in der Nussmannstrasse eingeladen. Die Gesprächsteilnehmer waren Dr. Hans-Joachim Hahn, Dozent am Institut für Germanistik der Universität Graz; Dr. Werner Hanak, stellvertretender Direktor des Jüdischen Museums Frankfurt; Andreas Meckel, langjähriger Mitarbeiter in Projekten der Gedenkarbeit; Simon Waldenspuhl, Mitglied des Freiburger Gemeinderates, und Irina Katz, Vorstandsvorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg. Die Moderation hatte Nikita Karavaev übernommen.

Ende 2017 hatte der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster im Rahmen der Rabbiner-Brandt-Vorlesungen in Hanau einen Vortrag zum Thema „Wandel der Gedenkkultur“ gehalten. Schuster sagte in seiner Rede, dass die Lebenden es den von den Nationalsozialisten Ermordeten schuldig seien, die Erinnerung an sie zu bewahren. Angesichts der gesellschaftlichen Veränderungen sei es aber notwendig, dass eine moderne Gedenkkultur diesen Wandel der gesellschaftlichen Voraussetzungen auch in den Blick nimmt. Vor diesem Hintergrund diskutierten die Podiumsteilnehmer zu den Fragen : Wie gedenkt man würdig der Vergangenheit? Welche öffentliche Wahrnehmung hinsichtlich jüdischer Gedenkstätten und Erinnerungsorte können oder müssen festgestellt werden? Welche Folgerungen und Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Mit Blick auf die Einrichtung der Gedenkstätte auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg war die abschließende  einhellige Meinung, dass die Planungen für die Gestaltung des Ortes nicht in ausreichendem Masse seiner Bedeutung Rechnung getragen hätten. Wirksame Nachbesserungen seien dringend erforderlich, wünschenswert sei es, diese im Rahmen einer Bürgerbeteiligung zu realisieren. 

Ihren Ausklang fand die Podiumsdiskussion in einem kleinen Konzert mit jüdischen Liedern von zwei Mitgliedern der Wählergemeinschaft.

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